Der Entwurf von Schnittstellen basiert auf Nutzungsszenarien der Systemkonvergenz. Mit den Systemklassen Dokumentenserver, Wissensorganisation und Planung sind drei Szenarien identifiziert worden.
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Ein Szenario beschreibt die Suche von Dokumenten in einer digitalen Bibliothek aus Sicht von Planungssystem und Systemen der Wissensorganisation. Grundsätzlich ist eine Suche als zentraler Bestandteil beliebiger Systeme anzusehen und muss von jedem System, das Dokumente speichert, angeboten werden. Aus Perspektive einer digitalen Bibliothek treten diese Systeme dann als weitere Speicherorte für Dokumente auf, die im Zuge einer Suchanfrage durchsucht werden können. Im Gegensatz dazu bietet die Suche in digitalen Bibliotheken für Wissensorganisations- und Planungssystem eine zusätzliche Qualität, indem die direkte Integration in das jeweilige System Medienbrüche vermeidet und ein direktes Importieren der Suchergebnisse erlauben muss (z.B. als Referenzen auf die Dokumente in der Bibliothek). Für das Planungssystem sind diese Dokumente als Materialien für Kurse von Bedeutung, die mit diesem System erstellt werden können. In diesem Fall wird nach einer erfolgreichen Suche ein Dokument von der digitalen Bibliothek in das Planungssystem überführt und kann anschließend direkt in einen Kurs integriert werden. Eine weitere Qualität zeigt sich in dem Umfang der Metadaten, welche von einer Bibliothek angeboten werden und so direkt für einen Kurs zur Verfügung stehen. Ohne eine Integration von Metadaten wären hier manuelle Eingaben erforderlich, die einen zusätzlichen Aufwand bei der Erstellung eines Kurses bedeuten. Ebenso bietet die Integration einer Suche in digitalen Bibliotheken ähnliche Vorteile im Kontext der Wissensorganisation. Hier können Dokumente arrangiert, kommentiert und miteinander in Bezug gestellt werden. Eine direkte Recherche in einer digitalen Bibliothek ohne zusätzlichen Medienbruch erlaubt offensichtlich eine direktere Integration zusätzlicher Dokumente in einem Wissensraum. Im Gegensatz zu einem Planungssystem ist keine direkte Überführung der gefundenen Literatur notwendig, sondern es können Referenzen auf die Originaldokumente in der digitalen Bibliothek genutzt werden. |
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Ein Publizieren von Dokumenten in eine digitale Bibliothek stellt ein weiteres wichtiges Szenario der Systemkonvergenz dar und beschreibt wiederum die Perspektive weiterer Systeme, die Dienste einer Bibliothek nutzen. Es ergeben sich wiederum zwei verschiedene Sichten einer Publikation von Dokumenten. Für ein Planungssystem ist der primäre Nutzen der digitalen Bibliothek eine Archivierung von Kursen. Damit ist gleichzeitig eine allgemeine Verfügbarkeit der erstellten Kurse über einen langen Zeitraum in der digitalen Bibliothek gegeben. Ein Publizieren von Dokumenten aus Systemen der Wissensorganisation kann ebenso erfolgen und dient prinzipiell einer Archivierung und allgemeinen Verfügbarkeit eines Dokuments. Aufgrund der Charakteristik von CSCL-Systemen mit Möglichkeiten der Kommentierbarkeit und des Arrangierens von Dokumenten stellt sich hier die Frage einer Abbildbarkeit in einer digitalen Bibliothek. Diese Fragestellung ist auch auf Dokumente erweiterbar, die zuvor in der Bibliothek gefunden worden sind und in einem Wissensraum verwendet werden (z.B. als Referenzen): Können lokale Kommentare eines Dokuments auch wieder in die Bibliothek zurückfließen? Zusammenfassend lässt sich für diese beiden Szenarien feststellen, dass hier die Kerneigenschaften einer digitalen Bibliothek mit der Suche und dem Publizieren von Dokumenten abgebildet worden sind. |
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Während die Szenarien der Suche und des Publizierens die digitale Bibliothek in den Vordergrund stellen beschreibt dieses Szenario eine Kopplung von Planungs- und Wissensorganisationssystem. Dabei werden die Kurse des Planungssystems in das System der Wissensorganisation überführt und dort kooperativ genutzt. Der Ausgangspunkt ist hier die Erstellung eines Kurses mit Dokumenten und Metadaten im Planungssystem. Dieser Kurs wird dann über eine Schnittstelle vom Planungssystem in die Wissensorganisation überführt. Dies kann entweder aus dem Planungssystem heraus von einem Autor geschehen oder aus der Wissensorganisation erfolgen, indem z.B. eine Suche nach Kursen durchgeführt wird und der passende Kurs übertragen wird. Die Abwicklung des Kurses erfolgt anschließend in dem Wissensorganisationssystem. Der Kurs selbst ist in einem standardisierten Format wie SCORM erhältlich. Analog zum Szenario des Publizierens existieren verschiedene offene Fragestellungen eines Rückflusses von Kommentaren oder anderen Modifikationen eines Kurses. Diese Fragestellungen müssen zu einem späteren Zeitpunkt beantwortet werden. Im Prozess der Spezifikation und Standardisierung von Kerndiensten gilt es zunächst aus den Szenarien prototypische Dienste zu erzeugen und eine Kopplung der Systeme zu ermöglichen. |
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